Wlog…ig schreiben
– wir zeigen, wie es geht.

KI-Buchtipps

16 Bücher in 5 Kategorien, vom KI-Praxiswissen über Visionen bis zum Roman. Jedes kurz beschrieben und persönlich bewertet: Lesenswert (1 bis 10): wie viel konnte ich für mich mitnehmen. Leicht lesbar (1 bis 10): Eine hohe Bewertung steht für eine mühelose Lektüre, niedrige für ein voraussetzungsreiches, akademisches Buch.


ÜBERBLICK: BÜCHER & KATEGORIEN

1. Direkt loslegen: Praxiswissen für Job und Alltag

> Co-Intelligence | Ethan Mollick

> Richtig texten mit KI | Kai Spriestersbach

2. KI-Feld überblicken: Orientierung und Einordnung

> Alles überall auf einmal | Miriam Meckel und Léa Steinacker

> Inside KI | Stephan Scheuer und Larissa Holzki

> Wie KI unsere Zukunft gestalten wird | Pedro Uria-Recio

3. Themen ausleuchten: Bildung, Risiken, Vision, Philosophie

> Brave New Words | Salman Khan  > Bildung

> The Coming Wave | Mustafa Suleyman > Risiken

> Ethische Intelligenz | Markus Gabriel  > Vision, Philosophie

> Die nächste Stufe der Evolution | Ray Kurzweil > Vision

> Sprachmaschinen | Roberto Simanowski > Philosophie

4. Tiefer eintauchen: Hintergrundwissen und Funktionsweise

> The Laws of Thought | Tom Griffiths

> The Emergent Mind | Gaurav Suri und Jay McClelland

> Why Machines Learn | Anil Ananthaswamy

5. Gut erzählt: Porträt, Roman, Zeitgeschichte 

> The Infinity Machine | Sebastian Mallaby

> VIEWS | Marc-Uwe Kling

> Der Geist aus der Maschine | Andrian Kreye

1. Direkt loslegen: Praxiswissen für Job und Alltag

Co-Intelligence: Living and Working with AI

Ethan Mollick  |  256 Seiten | Portfolio/Penguin | April 2024

Der Wharton-Professor liefert das praktische Standardwerk zum Arbeiten mit generativer KI: vier Grundregeln, KI als Kollegin, Tutorin und Coach, gestützt auf eigene Experimente statt Prognosen. Nüchtern, zugänglich, unmittelbar anwendbar.

Was es bringt: Sofort nutzbare Praxisregeln; inspirierend.
Was es trübt: Schnelllebige Beispiele, kaum technische Tiefe.

Lesenswert 9 / 10
Leicht lesbar 8 / 10


Richtig texten mit KI

Kai Spriestersbach  |  272 Seiten | mvg Verlag | Mai 2023 |

Der SEO- und Onlinemarketing-Experte erklärt, wie Sprachmodelle tatsächlich arbeiten und führt dann Schritt für Schritt vor, wie man sie zum Texten nutzt: Prompt-Bausteine, Tonalität, Recherche, Überarbeitung. Locker geschrieben, mit über 100 kommentierten Praxis-Prompts.

Was es bringt: Sofort einsetzbare Prompt-Rezepte fürs Schreiben.
Was es trübt: Schnell überholt.

Lesenswert 7 / 10
Leicht lesbar 9 / 10

2. KI-Feld überblicken: Orientierung und Einordnung

Alles überall auf einmal

Miriam Meckel und Léa Steinacker  |  400 Seiten | Rowohlt | Februar 2024

Zwei Wirtschaftswissenschaftlerinnen liefern eine breite, gut verständliche Einführung: Geschichte der KI, Chancen und Risiken, Regulierung weltweit, abgerundet durch ein Utopie-Dystopie-Szenario. Solide Grundlage fürs Mitdiskutieren.

Was es bringt: Ausgewogener, verständlicher Rundumblick auf das Feld.
Was es trübt: Wenig eigene These, kaum Tiefe an den entscheidenden Stellen.

Lesenswert 6 / 10
Leicht lesbar 8 / 10


Inside KI

Stephan Scheuer und Larissa Holzki  |  224 Seiten | Herder | 2024

Zwei Handelsblatt-Journalist:innen porträtieren die KI-Revolutionäre, von Altman über LeCun bis Whittaker, und erklären, was KI kann und wo die Weichen jetzt gestellt werden. Aktuell, personenzentriert und journalistisch.

Was es bringt: Menschen und Machtfragen hinter der Technologie.
Was es trübt: Wenig technische Substanz, kurze Haltbarkeit über den Nachrichtenzyklus.

Lesenswert 5 / 10
Leicht lesbar 8 / 10


Wie KI unsere Zukunft gestalten wird

Pedro Uria-Recio  |  ca. 300 Seiten | Future of AI | November 2024

Ein Chief AI Officer verbindet Technik, Wirtschaft, Geopolitik und Geschichte zu einem breiten Zukunftspanorama, von generativer KI über Robotik und synthetische Biologie bis zur Mensch-Cyborg-Koexistenz. Ambitioniert im Umfang, verständlich im Ton.

Was es bringt: Breite Verknüpfung von Technik, Ökonomie und Geopolitik.
Was es trübt: Wenig Fokus, kaum kritische Filterung der vielen Thesen.

Lesenswert 5 / 10
Leicht lesbar 7 / 10

3. Themen ausleuchten: Bildung, Risiken, Vision, Philosophie

Brave New Words: How AI Will Revolutionize Education

Salman Khan  |  272 Seiten | Viking | 2024

Der Khan-Academy-Gründer entwirft die Vision des KI-Tutors für alle: rund um die Uhr personalisiert und proaktiv fragend. Optimistisch und ideenreich zu Lernen, Prüfen und Elternschaft im KI-Zeitalter, getragen von echten Praxiserfahrungen mit der Khan-KI.

Was es bringt: Ideenreiche, konkrete Vision der Bildungs-KI.
Was es trübt: Etwas zu selbstbegeistert.

Lesenswert 8 / 10
Leicht lesbar 8 / 10

 

The Coming Wave

Mustafa Suleyman mit Michael Bhaskar  |  377 Seiten | C.H. Beck (dt.) | 2024

Der DeepMind-Mitgründer beschreibt KI und synthetische Biologie als unaufhaltsame „Welle“ und stellt die Kernfrage: Wie profitieren wir, ohne die Kontrolle zu verlieren? Anschaulich, systematisch, tiefgehend und mit konkreten Eindämmungsvorschlägen.

Was es bringt: Insider-Blick auf Möglichkeiten, Gefahren und deren Eindämmung.
Was es trübt: Wenig Praxisnähe; das Dilemma bleibt teils abstrakt.

Lesenswert 7 / 10
Leicht lesbar 7 / 10


Ethische Intelligenz

Markus Gabriel (Wie KI uns moralisch weiterbringen kann)  |  192 Seiten | Ullstein | 2026

Der Bonner Philosoph liest KI als Spiegel: Sie durchschaut uns genauer, als wir uns selbst. Sein Plädoyer gilt einer werteorientierten, europäischen KI, die moralischen Fortschritt ökonomisch wirksam macht. Optimistisch, visionär, sprachphilosophisch stark, wirtschaftspolitisch zugespitzt.

Was es bringt: Eigenständige, optimistische Ethik-Perspektive auf KI.
Was es trübt: Die Europa-Vision wirkt stellenweise programmatisch.

Lesenswert 7 / 10
Leicht lesbar 5 / 10


Die nächste Stufe der Evolution

Ray Kurzweil (Original: The Singularity Is Nearer)  |  496 Seiten | Piper (dt.) | 2024

Der Google-Futurist hält an seiner Prognose fest: Singularität bis 2045, Verschmelzung von Mensch und Maschine, radikale Lebensverlängerung. Exponentielles Denken in Reinform, je nach Leserschaft faszinierend oder beängstigend, kalt lässt es niemanden.

Was es bringt: Atemberaubende Langfrist-Vision der KI-Zukunft.
Was es trübt: Kaum Skepsis und Gegenargumente, extrem ambitioniert.

Lesenswert 7 / 10
Leicht lesbar 7 / 10


Sprachmaschinen:
Eine Philosophie der künstlichen Intelligenz

Roberto Simanowski  |  288 Seiten | C.H. Beck | 2025

Medienphilosophischer Essay über den „Souveränitätstransfer“: Gewöhnen uns die KI das Denken ab? Simanowski verhandelt Autorschaft, Wahrheit und Entmündigung, pointiert und bildungsbürgerlich, mit Heidegger und Wittgenstein, teilweise überraschend anregend.

Was es bringt: Kluges Nachdenken über KI und unser Denken.
Was es trübt: Wenig praktischer Nutzen, kaum eigene Ideen und Weitsicht.

Lesenswert 6 / 10
Leicht lesbar 5 / 10

4. Tiefer eintauchen: Hintergrundwissen und Funktionsweise

The Laws of Thought

Tom Griffiths | 336 Seiten | Henry Holt | 2026

Der Leiter des Princeton AI Lab erzählt die 300-jährige Suche nach den Gesetzen des Denkens entlang dreier Ansätze: Regeln und Symbole, neuronale Netze, Wahrscheinlichkeit, von Leibniz und Boole bis zur heutigen KI. Gehaltvoll, mit Blick auf induktives und deduktives Denken.

Was es bringt: Technisch-philosophischer Einblick, wie Denken formalisiert wird.
Was es trübt: Wenig Leichtigkeit; die Philosophie des Geistes bleibt außen vor.

Lesenswert 8 / 10
Leicht lesbar 4 / 10


The Emergent Mind

Gaurav Suri und Jay McClelland | 320 Seiten | Basic Books | 2025

Ein Kognitionspsychologe und ein Pionier neuronaler Netze zeigen, wie aus einfachen Elementen Geist entsteht: Gedanken, Gefühle, Entscheidungen. Zugänglich erklärt, ohne Mathematik-Voraussetzung, von Hinton und Suleyman gelobt.

Was es bringt: Verständnis, wie Intelligenz aus Netzwerken emergiert.
Was es trübt: Wenig formale Tiefe für bereits Vorgebildete.

Lesenswert 7 / 10
Leicht lesbar 6 / 10


Why Machines Learn:
The Elegant Math Behind Modern AI

Anil Ananthaswamy  |  480 Seiten | Dutton | 2024

Der preisgekrönte Wissenschaftsjournalist erzählt die Mathematik des maschinellen Lernens (lineare Algebra, Analysis, Wahrscheinlichkeit) als narrative Geschichte vom Perzeptron bis zu heutigen Netzen. Gleichungsreich, aber elegant erzählt: echtes Verständnis statt Metapher.

Was es bringt: Die Mathematik hinter KI wirklich verstanden.
Was es trübt: Hohe Einstiegshürde ohne Grundlagen in Algebra.

Lesenswert 7 / 10
Leicht lesbar 3 / 10

5. Gut erzählt: Porträt, Zeitgeschichte, Roman

The Infinity Machine

Sebastian Mallaby (Demis Hassabis) | 480 Seiten | Penguin Press | 2026

Der zweifache Pulitzer-Finalist zeichnet nach hunderten Interviews das Porträt von DeepMind-Gründer und Nobelpreisträger Demis Hassabis, vom Schach-Wunderkind zur AGI-Vision. Zugleich eine der besten erzählten Geschichten der modernen KI und ihrer Rivalitäten.

Was es bringt: Einblick ins Denken eines Ausnahmetalents und die KI-Geschichte.
Was es trübt: Wenig Distanz; Hassabis tritt zeitweise hinter das Team zurück.

Lesenswert 9 / 10
Leicht lesbar 8 / 10


VIEWS

Marc-Uwe Kling  |  272 Seiten | Ullstein | 2024

Der Känguru-Autor legt einen gut konstruierten Politthriller vor: Ein mutmaßlich KI-generiertes Gewaltvideo treibt Deutschland an den Rand des Bürgerkriegs. Rasant, kurzkapitelig, unbehaglich aktuell. Die Botschaft trifft: Ob echt oder KI, der Hass ist real.

Was es bringt: Fesselndes, hochaktuelles Gedankenexperiment zu KI und Deepfakes.
Was es trübt: Wenig Figurentiefe, kein geschlossenes Ende.

Lesenswert 8 / 10
Leicht lesbar 9 / 10


Der Geist aus der Maschine

Andrian Kreye | 368 Seiten | Heyne | 2024 |

Der SZ-Kulturjournalist erzählt vierzig Jahre digitale Revolution als Augenzeuge, von der Programmierer-Subkultur der 1980er zur politischen Supermacht der Gegenwart. Materialreich und aus einer seltenen Doppelrolle: Chronist und politischer Reporter zugleich.

Was es bringt: Gebündelte Geschichte der digitalen Revolution aus erster Hand.

Was es trübt: Die Fülle wirkt stellenweise ungeordnet.

Lesenswert 7 / 10
Leicht lesbar 7 / 10

Offenlegung: Menschliche Ideen, Formulierungen und Kreativität waren zentral bei der Erstellung dieses Textes. Künstliche Intelligenz wurde unterstützend eingesetzt beim Formulieren, Überarbeiten und Recherchieren.

Axel Ebert, wortwelt® und identifire® 

Axel Ebert – „der mit dem Wort tanzt.“ Wortpflanzungswillig gründete er 2001 die wortwelt®. Der Psychologe brachte bereits 1995 Wording-Know-how aus den USA mit. In über 250 wortwelt-Projekten für Unternehmen und Verwaltungen hat er sich als „Letter-Man“ etabliert.

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axel.ebert@wortwelt.at