Frischtext im September

wortwahl :: TeilnehmerInnen, Teilnehmende, Teilnehmer*innen oder vielleicht doch Teilnehmerinnen und Teilnehmer? Gendern soll korrekt, praktikabel und auch optisch ansprechend sein. Finden wir keine neutrale Form, dann texten wir: Teilnehmer:innen. Der Doppelpunkt sieht nicht nur elegant aus, er ist auch Google freundlich und wird von Sprachprogrammen als Pause gelesen. Diese Variante mit dem Doppelpunkt macht sich den sogenannten Glottisschlag zunutze, der in der deutschen Sprache oft vorkommt. Oder können Sie Spiegelei, Rasenmäher und Schreibtischsessel ohne Pause sprechen? Irmi Zirkler erzählt am 19. Oktober bei Gendern mit Hirn mehr.

 


wortfettnäpfchen :: N*** sagt man nicht mehr, das haben wohl alle Altersgruppen kapiert, aber taubstumm und Eskimo hören wir gelegentlich noch. Und das nicht nur bei unseren 80ig-Jährigen Tanten und Onkeln. Orient und Soulfood haben wir bis vor kurzem selbst ungeniert verwendet. Höchst positiv, lieben wir doch beides. Stieß aber nicht auf Gegenliebe … Der Link mit dem Zaunpfahl dazu. Dazu passt auch das Buch: Verbrannte Wörter: Wo wir noch reden wie die Nazis und wo nicht, wenn wir Bombenwetter, Achse oder bis zur Vergasung sagen.

 


wortwitz :: Gender, Race und Diversity – Sie kennen sich (auch) nicht mehr ganz aus? Identitti von Mithu M. Sanyal hilft. Und amüsiert könig:innenlich (sic!). Der Klappentext hält genau was er verspricht:

 

Was für ein Skandal: Prof. Dr. Saraswati ist WEISS! Schlimmer geht es nicht. Denn die Professorin für Postcolonial Studies in Düsseldorf war eben noch die Übergöttin aller Debatten über Identität – und beschrieb sich als Person of Colour. Während das Netz Saraswati hetzt und Demos ihre Entlassung fordern, stellt ihre Studentin Nivedita ihr intimste Fragen. Mithu Sanyal schreibt mit beglückender Selbstironie und befreiendem Wissen. Den Schleudergang dieses Romans verlässt niemand, wie er*sie ihn betrat.

 


wortbildung :: Ihre Texte brauchen einen Frischekick? Diese Wortbildungsseminare gibt es bei uns: