FRISCHTEXT im Mai

wortkür :: Slogans gelten als Königsdisziplin im Texten – mit möglichst wenigen Wörtern bringen sie das Versprechen unterscheidbar auf den Punkt. Im aktuellen Bundespräsidenten-Wahlkampf ergab eine Mini-Feldforschung: Von knapp 50 befragten Menschen konnte niemand den wahlwerbenden Personen eindeutig einen Slogan zuordnen. Vergleichbare Begriffe schwirren den Menschen im Kopf: Heimat, Sicherheit, … – aber keine eindeutige Position. Woran sich gut die Hälfte erinnert: Macht braucht Kontrolle. Der Slogan des Klestil-Wahlkampfs aus dem Jahre 1992 (!).

 

wortbild :: Texten heißt oft „übersetzen“: Also schwierige Sachverhalte in einfache Worte bringen. Denken Sie an technische Texte, an juristische Inhalte und, und, und. Das Gegenteil gibt´s auch: Euphemismen – Umschreibungen, die Dinge in besserem Licht erscheinen lassen. Zum Beispiel:

Maklersprache

 

wortwirkung ::  Was bei uns im Kopf passiert, wenn wir Texte lesen, wird laufend erforscht. Noch befindet sich die Wissenschaft dabei auf Grundlagen-Niveau. Zum Beispiel weiß man jetzt, dass mehrdeutige Wörter in unterschiedlichen Hirn-Arealen für unterschiedliche Kategorien abgespeichert werden. So reagieren beim englischen Wort „top“ unterschiedliche Bereiches unseres Denkapparats, wenn aus dem Zusammenhang klar wird: Man meint damit Spitzenleistung oder ein Kleidungsstück für Frauen. Hier die Wort-Landkarte unseres Gehirns in einem Video: blog.zeit.de/woerter-sortierung-gehirn-regionen/

 

 

Brauchen Ihre Texte einen Frischekick? Alles Wissenswerte finden Sie wie immer unter www.wortwelt.at